Jahresversammlung 2010
Kreisverband der Jäger erwirbt Schießstand

Die Jagdversammlung der Kreisgruppe Mühldorf stand ganz im Zeichen der Trennung des Bayerischen Verbandes vom Deutschen Jagdverband (DJV). Darüber hinaus gab der Kreisverbandsvorsitzende Dr. Erich Loserth in Ampfing den Kauf des Schießstandes in Erharting/Rohrbach bekannt.

Mühldorf/Ampfing - Der Bezirksvorsitzende des BJV Oberbayern, Manfred Weindl, begründete die Trennung vom DJV damit, dass immer wieder gegen den BJV gearbeitet worden sei und viele Anregungen nicht angehört wurden. Der BJV fordere die Erhaltung des Jagdrechtes und den Erhalt der Waidgerechtigkeit. Da die Grundsätze der Waidgerechtigkeit das Jagdrecht in Bayern prägen, sollen seiner Meinung nach die ethischen Eckpunkte des bayerischen Jagdrechts erhalten bleiben. Das sind unter anderem: Die Grundsätze der Waidgerechtigkeit als festen Bestandteil zu stärken, ein verträgliches Miteinander zwischen Landwirtschaft, Wald und Wild. Und dem heimischen Wild, vor allem dem Rotwild, seinen ursprünglichen Lebensraum auch außerhalb der Wälder zurückzugeben.

Gut ausgebildete Jagdhunde sind laut Weindl für eine Jagd unverzichtbar, ihre Ausbildung müsse höchsten Stellenwert behalten. Da der BJV ein anerkannter Naturschutzverband ist, soll auch die waidgerechte Jagd als aktiver Naturschutz anerkannt werden.

Die Bewertung der Trophäen sei bei manchen angelieferten Stücken aufgrund des zum Teil noch hohen Feuchtigkeitsgehalts und des unterschiedlichen Schnitts schwer durchzuführen, erklärte der Kreisvorsitzende Dr. Erich Loserth. Die beste Trophäe stammt mit 457 Gramm aus Obertaufkirchen Ost, sie wurde mit einer Goldmedaille prämiert. Insgesamt wurden zwölf Goldmedaillen (zwischen 457 und 373 Gramm), 20 Silbermedaillen (zwischen 372 und 338 Gramm) und 25 Bronzemedaillen (zwischen 337 und 320 Gramm) vergeben.

Bildungs-Staatssekretär Dr. Marcel Huber richtete in seinen Grußworten das Augenmerk auf das Thema Verkehrsabsicherung bei den Treibjagden, für die eine "leichtere Handhabung" geschaffen werden soll. CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer sprach das Waffenrecht an, auch hier gelte es das bestehende Gesetz zu überarbeiten.

Forstdirektor Dr. Martin Kennel gab bekannt, dass die Verbissgutachten ausgewertet und an die jeweiligen Jagdverwaltungen weitergegeben wurden. Die verjüngten Pflanzbereiche sollten seiner Meinung nach stärker bejagt werden, außerdem soll die Naturverjüngung der Mischwalder weiter gefördert werden.

Ehrungen

In der Versammlung, die durch die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Mühldorf feierlich umrahmt wurde, standen eine Reihe von Ehrungen auf dem Programm. So wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft im BJV geehrt: Erich Zaunseder, Albert Toda, Max Schmid, Benedikt Ott und Dr. Jochen Kaiser.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Hans Koller, Georg Landenhammer, Josef Reichel, Dr. Bernhard Steinmetz, Josef Berndl, Arthur Ehling und Alois Huber ausgezeichnet. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Andreas Oswald, Georg Meindl, Deißenböck Georg, Hermann Haselbeck und Bruno Tölg sen. geehrt.

Für besondere Verdienste im BJV erhielt für 40 Jahre Pflege, Instandhaltung und Schießleitung am Schießstand in Erharting Alois Huber die silbernen Ehrennadel.

Da der Pachtvertrag des Schießstandes St. Michael in Erharting/Rohrbach ausgelaufen wäre und ein Akustikbau mit hohen finanziellen Ausgaben verbunden gewesen wäre, wurde der Schießstand kurzerhand im September vom Kreisverband Mühldorf erworben. Den Kaufpreis nannte Loserth nicht. Jetzt soll der Stand laufend erneuert werden, um optimale Übungseinheiten anbieten zu können. stn

Quelle: OVB online
 
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