Umweltbildungsprojekt "Leckerland"
Kochen ist cool – gemeinsam die Lust am Kochen entdecken

Umweltministerium fördert Projekt der Umweltgruppe der Eichendorff-Schule und Treffpunkt Wildland
Die Auswahl an den Marktständen war riesengroß. Dort gab es Obst und Gemüse in allen Farben und Formen. Doch die Jugendlichen hatten einen präzisen Auftrag. Sie sollten Kohlrabi, Kartoffeln, Karotten, Lauch, Tomaten und Zwiebeln besorgen und diverses Obst. Denn sie hatten an diesem Tag noch etwas vor: Sie wollten gemeinsam einen Kartoffel-Gemüse-Auflauf kochen. Die freiwillige Umwelt-Arbeitsgruppe der Eichendorff-Schule hatte sich ein größeres Projekt vorgenommen.
Jugendliche und Patrizia Weiner beim Kräuter sammeln
Auf Anregung der Umweltbildungseinrichtung Treffpunkt Wildland wollten die Jugendlichen gemeinsam die Lust am Kochen entdecken. Aber sie wollten nicht nur irgendetwas kochen, sondern auch ein bisschen mehr über die Herkunft, Erzeugung und den Nährwert der Lebensmittel erfahren. Deshalb haben sich Lehrer Karl Friedrich, der die Gruppe nachmittags betreut und Patrizia Weiner von Treffpunkt Wildland gemeinsam mit der Hauswirtschaftslehrerin Andrea Mayer ein begleitendes Konzept für das Kochprojekt ausgedacht, das sich insgesamt über ein halbes Jahr mit vorwiegend regionalen Lebensmitteln befassen wird und über den bayerischen Umweltbildungsfonds gefördert wird.
Jugendliche beim Kochen in der Natur
Das "Leckerland"-Projekt will den Jugendlichen nicht nur Lust auf gemeinsames Kochen machen, sondern rückt auch die Ernährungsgewohnheiten der Jugendlichen ins Blickfeld. Mit anschaulichen Beispielen wie dem Vergleich zwischen einem Glas Cola und einem mit 12 Stück Würfelzucker gesüßtem Tee erfahren die Jugendlichen sehr nachhaltig, was sie tagtäglich "genießen". Auch etwas exotisch anmutende Aktionen wie das Kochen mit selbstgesammelten Wildkräutern sprich Brennnessel, Gänseblümchen und Co., die man im Wildniskocher zubereiten kann, standen bereits auf dem Programm und begeisterten die ganze Gruppe. Wichtigster Inhalt, der hierbei transportiert werden sollte, war die Erkenntnis, dass in unserer heimischen Natur viele Kräuter mit wertvollen Inhaltsstoffen wachsen, die man an ausgewählten Standorten sammeln und verwerten kann.

Aber auch das gemeinsame Einkaufen auf dem Markt machte Spaß und die Jugendlichen achteten genau auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Mit allen Einkäufen in der Schulküche angekommen, ordnete die Gruppe alles Gemüse und Obst auf einer Weltkarte der Herkunft zu und berechnete dann die zurückgelegten Kilometer von einzelnen Lebensmitteln. Eine Kiwi aus Neuseeland hat beispielsweise über 20.000 km hinter sich gelassen bis sie auf unserem Tisch landet. So wurde deutlich, dass wir Verbraucher mit unserem Einkaufsverhalten sehr wohl Einfluß auf den Weltmarkt nehmen können. Denn auch in unserer Region wachsen genügend vitaminreiche Obst- und Wildobstsorten, die teilweise leider in Vergessenheit geraten sind.
Jugendliche und Patrizia Weiner beim Kochen
Dann ging es ans Kochen. Unter Anleitung von Andrea Mayer, die nebenbei auch wertvolle Tipps für das Arbeiten in der Küche gab, bereiteten die Jugendlichen voller Eifer einen leckeren Gemüse-Auflauf zu und richteten das Obst für die Nachspeise ansprechend an. Gemeinsam deckte die Gruppe den Esstisch und alle genossen stolz das leckere selbstbereitete Mahl und freuen sich schon auf ihr nächstes Koch-Treffen.

 
Bisherige Projekte