zur Startseite der BJV Kreisgruppe Mühldorf e.V.
zum Bayerischen Jagdverband e.V.
Wildland-Stiftung Bayern

Rehkitzrettung
Gewässer im Thalhamer Moos
Landschaftspflegepreis
Kuckuckslichtnelke
Schlangenknöterich
Kuckuckslichtnelke
Schnabel-Seege

Das Thalhamer Moos – Juwel im Isental

Das BayernNetz-Natur Projekt „Thalhamer Moos“ um­fasst ein etwa 200 Hektar großes Niedermoor­gebiet und angrenzende Feuchtwiesen in der Flussaue der Isen im Landkreis Mühldorf, östlich von Schwindegg. Die frühere klein­­bäuerliche Landwirtschaft ließ einen strukturreichen Biotopkomplex entstehen:
Das Niedermoor wurde zur privaten Torf­gewinnung genutzt und offene Wasserlöcher entstanden ständig neu; die Feuchtwiesen lieferten die Streu für den Stall durch extensive Bewirt­schaftung. So entstand ein wichtiger Lebensraum für wiesen­brütende Vogelarten.

In den letzten Jahrzehnten fielen die nassen Kern­bereiche des Moores durch Nutzungs­aufgabe zunehmend brach und Gehölze breiteten sich aus. Die Bewirtschaftung der umliegenden Wiesen dagegen wurde intensiviert.

Im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes der bayerischen Staats­regierung bemüht sich die Wildland-Stiftung gemeinsam mit Landwirten vor Ort durch Landschaftspflegemaßnahmen wie Pflegemahd, Extensi­vierung und punktuelle Entbuschungen den Charakter des Gebietes zu erhalten. Die Wildland-Stiftung besitzt derzeit ca. 15 Hektar Wiesen­flächen im Gebiet. Dort wurden vereinzelt Kleingewässer und Seigen angelegt, um die Lebensbedingungen für Wiesen­brüter, Amphibien und andere seltene Arten zu optimieren.

Einbindung in neues BayernNetzNatur-Projekt

Aufgrund des großen Erfolgs im Thalhamer Moos wurde eine Erweiterung des Projektgebiets angestrebt. Nach drei Jahren der Vorbereitung konnte am 01.Januar 2016 das neue BayernNetzNatur(BNN)-Projekt „Natur.Vielfalt.Isental“ starten. Dabei wurde das Thalhamer Moos mit einem früheren BNN-Projekt im Dorfener Moos verbunden und erstreckt sich nun über eine Gesamtfläche von etwa 1.750 ha von Lengdorf im Westen bis Rattenkirchen im Osten. Das Thalhamer Moos stellt dabei eines der sechs Schwerpunktgebiete für Maßnahmenumsetzungen dar. Die fünf beteiligten Kommunen Schwindegg, Obertaufkirchen, Rattenkirchen, Dorfen und Lengdorf gründeten gemeinsam mit der Wildland-Stiftung eine Trägergemeinschaft, die die Geschicke des Projektes lenken wird. Dieses Projekt wird durch Mittel des Bayerischen Naturschutzfonds sowie des Bezirks Oberbayern gefördert.

Überregionale Bedeutung im Biotop­verbund

Seit 2004 genießt das Thalhamer Moos euro­päischen Schutz­status als FFH-Gebiet. Neben der Biotop­verbund­funktion für wiesen­brütende Vögel tragen auch andere seltene und gefähr­dete Arten, wie bestimmte Tagfalter- und Libellen­arten im Gebiet zu dieser Bedeutung bei.

Leitbild und Zielarten

Ziel ist es, im Projektgebiet das kleinflächige Mosaik aus Wiesenflächen unterschiedlicher Bewirtschaftungs- und Pflegeintensität zu erhalten bzw. zu optimieren. Naturschutzfachliche Aspekte zur Förderung der seltenen Arten wie Ameisenbläulinge, diverser Libellenarten und der wiesen­brüten­den Vogelarten sollen dabei besonders berücksichtigt werden.Für Vögel ist das Gebiet ein bedeutender Lebensraum. Bei der letzten ornitho­logischen Kartierung 2016 wurden 83 Arten nachgewiesen, davon sind 57 Arten als sicher oder wahrscheinlich im Gebiet brütend eingestuft worden.

Leitvogelarten des Projektes sind:

  • Bekassine (Gallinago gallinago)
    (RL 1, Durchzügler)
  • Kiebitz (Vanellus vanellus)
    (RL 2, Brutvogel im Gebiet)
  • Großer Brachvogel (Numenius aquata)
    (RL 1, Durchzügler)
  • Weißstorch (Ciconia Ciconia)
    (RL 3, Durchzügler)

Die Lebensraumansprüche der ebenfalls im Gebiet vorkommenden Arten Blaukehlchen, Schlagschwirl und Pirol werden in die Entwicklungsplanung einbezogen. Alle aufgeführten Arten sind in der Roten Liste für bedrohte Tierarten zu finden.

Leitarten bei den Insekten sind der Dunkle und Helle Ameisenbläuling (Maculinea nausithous und teleius) und der Randring-Perlmuttfalter (Proclossiana eunomia). Außerdem wurden Warzenbeißer, Sumpfgrashüpfer, Sumpf-Heidelibelle und Gebänderte Prachtlibelle nachgewiesen.

Bedeutende Pflanzengesellschaften sind das Rasenseggenried, der Braunseggensumpf, die Pfeifengras-Streuwiese und das Innseggenried

Partner / Kooperationen / Unterstützung

Partner sind vor allem die Landwirte, die sich an den Pflegemaßnahmen beteiligen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen und Vertrags­­naturschutz­programme (VNP) für ihre Flächen abschließen. Daneben sind die 3 Gemeinden Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen, auf deren Gemeindegebiet das Projektgebiet liegt, enge Kooperations­partner. Ebenso wichtig ist die Abstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutz­behörde. Weiterer Partner ist das Wasser­wirtschafts­amt Rosenheim, das ebenfalls Flächen im Gebiet besitzt.

Förderung

Maßnahmen im Thalhamer Moos werden gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und die Europäische Union.

Thalhamer Moos
Kiebitz Trupp
Vogelspuren an Seige
Thalhamer Moos
Seige Uferbereich
Seige in der Dämmerung