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Willkommen beim BJV Kreisgruppe Mühldorf am Inn e.V.
Gelebter Tierschutz bei der Jagd

Ein Nachsuchengespann wird meistens dann gerufen, wenn der Schuss nicht dort sitzt, wo er sitzen sollte. Das ist vielen Jägern unangenehm, sie fürchten Kritik aus den eigenen Reihen oder aus der Öffentlichkeit. Der Nachsuchenführer sichert Ihnen bezüglich der Person, dem Revier, der Wildart, dem Treffersitz etc. absolute Verschwiegenheit zu. Was der Nachsuchenführer bei seiner Tätigkeit alles erlebt, wird nicht an Dritte weitererzählt.

Es entstehen keinerlei Kosten durch den Anforderer. Der Einsatz erfolgt rein ehrenamtlich.

Seit 2006 gibt es in Bayern so genannte anerkannte Nachsuchengespanne, sie werden von den BJV Kreisgruppen und von den Bayerischen Staatsforsten anerkannt. Die Bedingungen für die Anerkennung sind festgelegt in den Grundsätzen zur Nachsuchenvereinbarung des Bayerischen Jagdverbandes . Ziel des Bayerischen Jagdverbandes ist es, pro Kreisgruppe/Jägerverein ein bis zwei Nachsuchen­gespanne aufzustellen. Die erfahrenen Nachsuchenführer und ihre geprüften Hunde stehen allen Jägern im Landkreis und darüber hinaus gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter nachfolgendem link: www.jagd-bayern.de/nachsuche

Das Nachsuchengespann ist für seine nicht immer ungefährlichen Einsätze zusätzlich durch die Kreisgruppe und das BJV- Präsidium versichert. 

Natürlich macht das Nachsuchengespann auch Kontrollsuchen – wenn z.B. ein Schuss abgegeben wurde und der Schütze das Gefühl hat, getroffen zu haben – bitte Anrufen! Lieber einmal zu viel suchen, als ein Stück Wild unnötig leiden lassen.

Falls eine größere Jagd, einen Gruppenansitz oder ähnliches ansteht, können die Termine gerne vorab bekannt geben werden, damit sich das Gespann bereithalten kann.

Das Gespann eines Schweißhundeführers und seines Schweißhundes kann nur dann ein perfektes Team werden, wenn genug Arbeit vorhanden ist. Um genau dieses  Ziel ist, nämlich eine bestmögliche Zusammenarbeit mit dem Hund zum Wohle des Wildes zu erreichen, ist das Nachsuchengespann über jede Nachsuche dankbar, die an das Gespann herangetragen wird.

Revierinhaber werden gebeten die Nachsuchenvereinbarung des BJV zu unterschreiben und so eine tierschutzgerechte Jagd insbesondere auf Schwarzwild auch über die Reviergrenzen hinweg zu unterstützen.

Ein paar wichtige Punkte zu Nachsuchenarbeit     

  • Schweißhundearbeit ist Dienst am Wild, Dienst an der Jagd
    und damit praktizierter Tierschutz.
  • Schweißhundearbeit hat nicht den persönlichen Erfolg zum Inhalt,
    sondern den Dienst am Wild.
  • Schweißhundearbeit erfordert Selbstbeherrschung und Verschwiegenheit
    als Grundlage für Vertrauen.
  • Schweißhundeführer helfen gerne in der Not, auch bei der Kontrolle ungewisser Anschüsse, um der Sache zu dienen.

Ein kurzer Ratgeber rund um die Nachsuche

Folgendes sollte man sich unbedingt genauestens einprägen:

Vor dem Schuss:

  • Den genauen Standort des Wildes
  • Wie steht das Stück im Schuss?
  • Auf welche Körperseite wird das Stück beschossen?
  • Ist das Stück alleine oder in einem Sprung/ Rotte?

Nach dem Schuss:

  • Zeichnen auf den Schuss?
  • Was hören wir nach dem Schuss? (Klagen, Blasen, Röcheln,…)
  • Einprägen der Fluchtrichtung
  • Bleibt das Stück beim Sprung,  der Rotte?
  • Wie flüchtet das Stück? (laut/leise, sicher/unsicher im Bewegungsablauf, setzt es alle Läufe auf, Anfliehen von Hindernissen?)
  • Ruhe auf dem Stand einhalten, mindestens solange sich das Wild noch in der unmittelbaren Nähe befindet. Mindestens 20 Minuten abwarten, bevor der Anschuss betreten wird.

Bei der Anschussuntersuchung:

  • Den Anschuss nur betreten, wenn das Stück nicht in Hörweite ist
  • Ein leises und vorsichtiges Betreten des Anschusses ist wichtig
  • Den Anschuss sehr vorsichtig untersuchen und nicht unnötig vertreten
  • Gefundene Pirschzeichen sicher verbrechen (z.B. Forstmarkierband)
  • Bei einbrechender Dunkelheit oder vor einem nahenden Unwetter die Pirschzeichen sichern (z.B. Abdecken, nicht mitnehmen, mit größerem Stock oder Ähnlichem markieren)

Durchführung der Nachsuche

  • Der Schütze/Ortskundige weist den Hundeführer am Anschuss ein
  • Die Jagdleitung und Gesamtverantwortung liegt während der Nachsuche generell beim Nachsuchenführer (siehe UVV)
  • Der ortskundige Begleiter weist den Nachsuchenführer auf evtl. vorhandene Jagdgrenzen und die gültige Regelung über die getroffenen Wildfolgevereinbarungen hin. Die Telefonnummern der Jagdnachbarn sollten bereitgehalten werden.
  • Sollte sich ein Stück Wild dem Hund stellen, begibt sich einzig der Hundeführer oder eine speziell von ihm beauftragte Person zur Bail und trägt einen Fangschuss an.
  • Kontakt zum Nachsuchenführer halten, günstigster Abstand 5 m – 20 m
  • Eine Nachsuche ist kein Spaziergang. Dauer und Ausgang sind immer ungewiss.
    Seien Sie geduldig und stellen sich von Anfang an darauf ein, dass eine Nachsuche auch mehrere Stunden dauern kann.

Warum keine Nacht-Suche?

Eine Suche in die Nacht hinein ist aus verschiedenen Gründen nicht ratsam, weil

  • man im Dunkeln nicht genügend sehen kann, der Führer nicht und der Hund ebensowenig. Geländestrukturen sind nicht zu erkennen, es besteht Gefahr für Hund und Führer (Start, Äste in die Augen etc.). Dies ist im Übrigen unabhängig davon, ob das Stück lebt oder bereits verendet ist.
  • Entscheidet man sich dennoch, einen Anschuss zu kontrollieren und im Anschluss nachzusuchen, dann sollten dort:
  • Direkt am Anschuss Pirschzeichen zu finden sein, die auf eine sichere Totsuche schliessen lassen. Dies sind nach den Erfahrungen vieler anerkannter Nachsucheführer mit hunderten von Einsätzen ausschliesslich Lungenstücke. Lungenschweiss lässt sich nur sehr schwer von dem Schweiss unterscheiden, der bei Drossel- und Gebrächschüssen anzutreffen ist.
  • Keine Pirschzeichen direkt am Anschuss heisst Abbruch und Suche am nächsten Morgen, auch wenn der Hund nach vorne will.
  • Sollte das Stück nicht in direkter Anschussnähe liegen – wie weit will man im Dunkeln durch unwegsames und unbekanntes Gelände laufen?
  • Was will man tun, wenn man auf ein noch lebendes und mobiles Stück trifft? Schiessen, Abfangen und Schnallen sind im Dunkeln nicht möglich.
  • Die Gefahr, ein noch lebendes Stück – meist unbemerkt – aufzumüden ist sehr groß. Sie führt dazu, dass das adrenalingeschwängerte Stück läuft und läuft und läuft und auch nach vielen Kilometern und größten Anstrengungen nicht zu kriegen ist, auch nicht am nächsten Tag.

 

In der Kreisgruppe verfügen wir derzeit über ein vom BJV bestätigtes Gespann:

Aiko aus der Breitenau
mit Führer Axel Fromm

Ihr könnt gern anrufen, auch spät abends oder morgens früh, dafür ist ein Nachsuchengespann da.

Ansprechpartner

Axel Fromm

Am Steinbach 48
84544 Aschau am Inn

Telefon 0 86 38 / 655 47
Mobil 0 171 / 33 466 11

E-Mail axel.fromm@bjv-muehldorf.de

Impressionen
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